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Olis Blog

Lach- und Sachgeschichten rund ums Haus.

03.04.2026

Der Fortschritt hält sich am Geländer fest: Wo einst der bunte Stolz des Hobbygärtners duftend blühen durfte, klemmen heutzutage quarzgraue Solarpanele an den Brüstungen.

Zwei dieser sogenannten Balkonkraftwerke hat der Klimaschutzbeauftragte unseres Ferienhauses in einer Nacht- und Nebelaktion auf dem Dach der Garage aufgeständert. Die filigrane Modulkonstruktion beeindruckt durch die technische Wucht ihrer optischen Erscheinung. Der ästhetisch geschulte Betrachter wird das kühne Bauwerk zweifellos als den lange vermißten, krönenden Schlußstein des ohnehin schon wohlproportionierten Ensembles aus Remise, Schützenhalle, Grill, Strandkorb und Freisitz zu interpretieren wissen und im Angesicht so viel gestalterischer Expertise tief bewegt bekennen: „Das hat uns gerade noch gefehlt!“

Ein Narr, wer das gleißende Licht dieser weitsichtigen Baumaßnahme durch kleinteilige Bedenken zu verdunkeln sucht! Die Sonne spende ihre Energie naturgemäß nur dann, wenn gerade kein Bedarf an elektrischer Erleuchtung und Erhitzung bestehe? Null Problemo! Schon durch minimale Umstellungen des Tagesablaufs ist das Problem gelöst: Statt zur Nachtzeit sind alle elektrischen Verbraucher einfach ausschließlich am helllichten Tag einzuschalten. Ein kurzer Blick in die tagesaktuelle Sonnenstandskurve der Solarpanel-App und die Auswertung einiger weniger Wetterdaten ermöglicht im Handumdrehen die mühelose Kalkulation des günstigsten Inbetriebnahmezeitpunkts.

Dumm nur, daß alle Haushaltsmitglieder gerade erst mühevoll dazu erzogen wurden, es wegen des günstigen Nachtstroms genau umgekehrt zu machen.

Grüß mir die Sonne!

21.02.2025

Es gibt Ideen, die nach menschlichem Ermessen Utopie bleiben müssen, weil im Zweifel das Energieerhaltungsprinzip, der zweite thermodynamische Hauptsatz oder irgendeine andere gemeine physikalische Gesetzmäßigkeit der Verwirklichung dazwischenfunkt. Aber man wird ja noch träumen dürfen … vom Perpetuum Mobile zum Beispiel. Oder von Zeitmaschinen mit Antimaterieantrieb, der Apple Watch mit Teleportations-App, dem Vorhersehen des Ankunftszeitpunkts eines Zuges der Deutschen Bahn oder der termingerechten Inbetriebnahme eines Glasfaseranschlusses der Firma TNG im Ausbaugebiet Ostholstein.

Letzteren hatte die Generation unserer Eltern irgendwann nach dem Krieg voller Enthusiasmus beantragt— die Altvorderen raunen, es müsse am 21. Dezember 2018 gewesen sein. Schriftliche Aufzeichnungen existieren entweder nicht mehr oder sind dem natürlichen Alterungsprozeß von Papier zum Opfer gefallen. Es geschah jedenfalls zu der Zeit, da eine zu Recht in Vergessenheit geratene Forschungsministerin den Satz fallen ließ, nicht an jeder Milchkanne sei schnelles Internet nötig. Nun, an Milchkannen vielleicht nicht. Wohl aber in unserem weiland nur recht mobilfunklöchrig versorgten internetten Ferienhaus in Rosenfelde!

Bei Antragstellung seinerzeit nicht vorhersehbar war das eigenwillige Verständnis der TNG-Glasfaserstrippenzieher vom Begriff »Termintreue«. Mühsam mußten wir erst lernen, daß uns bei einer Ankündigung wie »das machen wir nach den Sommerferien« weniger besorgen sollte, ob das nun August oder September meint, als vielmehr das geschickt unerwähnt gelassene Kalenderjahr!

Auch wenn die Verwirklichung dieser Zukunftsvision kaum noch jemand für möglich gehalten hätte und wir ihr nur schlappe 86 (!) Monate entgegengefibert haben: Seit heute reiten wir von Rosenfelde aus auf der Lichtleiterwelle in die weite Onlinewelt hinaus!

01.01.2025

Jürgen Henrich, der nicht nur ein Freund der Familie, sondern insbesondere auch ein solcher der Gemeinde Grube ist, malt gern. So kamen wir im Herbst 2023 auf die Idee, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Wie wäre es, aus Motiven mit Gruber Bezug einen Kalender zusammenzustellen? 

Die Gemeinde Grube mußte nicht lange überredet werden, um als Herausgeber zu fungieren und Sponsoren zur Deckung der Herstellungskosten zu gewinnen. Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit — die Bilder mußten gemalt, ausgewählt, digitalisiert und mit einem gestalterischen Konzept für das Kalendarium verbunden werden — konnten das Projekt dann auf dem Seefest im Juni 2024 seine Premiere feiern und der Gruber Jahreskalender 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 

Die zwölf Monatsmotive sind Aquarelle in Kombination mit Tuschezeichnungen. Hier und da werden sie ergänzt durch Hinweise und Erklärungen, so daß der Kalender nicht nur etwas zum Angucken ist, sondern über so manchen Ort vielleicht sogar bislang Unbekanntes verrät.

2025 wird also ohne jeden Zweifel ein gutes Jahr. Zumindest auf dem Papier!

22.12.2024

Ihr Schlepperlein kommet

Die Tradition, mit festlich beleuchteten landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen im Verbund durch Oldenburg zu paradieren, ist zwar noch recht jung. Trotzdem waren im nunmehr erst vierten Veranstaltungsjahr dieses Umzugs alle 80 Startplätze binnen kürzester Zeit vergeben. Selbstverständlich war auch der weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Verein »Treckerfreunde Rosenfelde von 2004 e.V.« mit sämtlichen seiner vier Mitglieder dabei. Der Vereinsvorsitzende Manfred E. höchstpersönlich hat es sich nicht nehmen lassen, den Umzug mit dem vereinseigenen Schlepper MF35 und der stolzen Startnummer zwei anzuführen. Unter anerkennendem Nicken der die Straßenränder säumenden Massen — der Norddeutsche jauchzet und frohlocket eher nach innen — navigierte er den mit einem lebensgroßen illuminierten Rentier auf der Motorhaube, vierzig kunstvoll in die Speichen verwobenen Lichterketten und vierundzwanzigtausend in weiß und blau funkelnden LED-Sternen festlich geschmückten Dreizylinder-Diesel als unbestrittenen Star des Korsos sicher durch die Menge der Schaulustigen bis zum Oldenburger Marktplatz, wo er von den übrigen drei Vereinskameraden Maren E. (Schatz und Meisterin), Oli H. (Schriftverführer) und Regina E. (zahlendes Mitglied) mit lauten Hurra-Rufen (»Lang lebe Schneck-Schneck!«) gebührend willkommen geheißen wurde. Als Stargast mit ihm auf dem Kotflügel war in diesem Jahr die Grünkohlkönigin aus der Nachwuchsabteilung der Alten Gruber Güllegilde, Lena die Erste, dabei.

23.12.2023

Jedes Jahr im Advent gilt unser sämtliches Sinnen und Trachten der Beschaffung eines angemessenen Weihnachtsbaumes, der nicht nur elegant von Wuchs und edel in der Erscheinung, sondern auch exakt bis zur Zimmerdecke reichen möge. Selbstredend kommen dafür nur Qualitätserzeugnisse aus dem Hochsauerlandkreis in Betracht oder ausnahmsweise, wie in diesem Jahr, ein selbstgeschlagenes Exemplar aus dem eigenen Forst.

Aufgrund einer bedauerlichen minimalen Fehleinschätzung hinsichtlich der Länge des Baumes gestaltete sich das Aufstellen im Wohnzimmer allerdings ungeahnt schwierig. Die Dauer der notwendigen baulichen Veränderungen ließ dafür im Gegenzug genügend Zeit, das Erlebte in Limerick-Form zu protokollieren:  

Der Hausherr wollte es wagen,

den Christbaum selber zu schlagen.

Erst dann fiel ihm ein:

Der Ständer? Zu klein!

Wie laut war das Wehen und Klagen!

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