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Meergeschichten

Homestory

Olis Blog

Lach- und Sachgeschichten rund ums Haus.

15/03/2020

Alles gelogen

Zur Eindämmung des Coronavirus sind durch die sogenannte Staatsmacht jüngst erhebliche Einschränkungen beschlossen worden. Dadurch kann es bedauerlicherweise zu Komplikationen im Zusammenhang mit Ihrem Urlaub an der Ostsee kommen. Um dennoch einen reibungslosen Ablauf der schönsten Zeit des Jahres zu gewährleisten, haben wir uns deshalb rein vorsorglich zu folgenden Maßnahmen entschlossen:

1. Damit Sie unbemerkt nach Schleswig-Holstein einreisen können, erhalten Sie von uns für Ihr Fahrzeug etwa eine Woche vor der Anreise ein Paar Wechselkennzeichen des Landkreises Ostholstein mit unauffälliger Zahlen-/Nummernkombination.

2. Ab sofort versenden wir als Anlage zu Ihrer Buchungsbestätigung eine vom „Amt Rosenfelde“ auf den Namen des Hauptmieters ausgestellte Zweitwohnungsbestätigung.

3. Weil Fahrten zur Arbeitsstätte trotz aller Beschränkungen erlaubt sind, fertigen wir bei Buchungen von Familien auf Wunsch einen fiktiven Arbeitsvertrag auf den Namen Ihrer Frau und Ihrer Kinder als Reinigungskräfte unseres Ferienhauses aus und stellen Ihnen außerdem zur passenden Beschriftung Ihres Firmenwagens einen wiederablösbaren Klebedekor zur Verfügung. Bitte geben Sie bei der Antragstellung an, ob Sie Set A („Saugservice Heinzelmann“) oder Set B („Die Wischhexen — Besen auf Rädern“) bevorzugen. Denken Sie daran, Putzeimer (mind. 10 Liter) nebst Schrubber stets gut sichtbar im Fahrzeug mitzuführen und während Ihres gesamten Aufenthalts entsprechende Berufskleidung zu tragen. Die stilvolle Kittelschürze „Edition Rosenfelde“ (aus bester Biowolle vom Deichschaf in ausgewählten Druckdessins und frischen Farbkombinationen im klassischen, figurumspielenden Schnitt) wird demnächst in unserem Fanartikel-Shop verfügbar sein.

4. Die Liegenschaft „Rosenfelde 10“ wird zum nächsten Monatsersten in einen geschlossenen Immobilienfonds in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG umgewandelt. Mit jeder Buchung erwerben Sie künftig zugleich eine Beteiligung als Kommanditist. Ihr Gesellschaftsanteil sichert Ihnen die vollen Teilnahme- und Stimmrechte in jeder Gesellschafterversammlung zu. Bitte wundern Sie sich daher nicht, wenn im Text Ihrer Buchungsbestätigung auf Begriffe wie „Urlaub“ oder „Ferienhaus“ verzichtet wird und stattdessen von einer Einladung zum Shareholders Meeting im Rosefield Convention Centre die Rede ist.

Wir sind uns sicher, daß diese minimalen Vorsichtsmaßnahmen zu einem unbeschwerten Aufenthalt beitragen werden. Für etwaige Unannehmlichkeiten hoffen wir schon jetzt auf Ihr Verständnis.

Darüber hinaus sind wir unverändert bemüht, die Anerkennung als Honorarkonsulat des Königreichs „Achterland“ zu erlangen. Sobald die Designationsformalia erfolgreich durchlaufen sind, werden wir das gesamte Botschaftsareal unverzüglich mit allen notwendigen Einrichtungen der exterritorialen Selbstverwaltung versehen, mit Grenzanlagen sichern (für die die Heringsdorfer bezahlen müssen) und sodann das Virus auf dem Gelände für besiegt, nicht mehr existent oder eine Erfindung von Bill Gates erklären.

Bleiben Sie gesund! Auch im Kopf!

21/12/2019

Die schwarze Null

Die weihnachtliche Vorfreude wird durch ein neues Gesellschaftsspiel gekrönt, das heute unverhofft im Briefkasten liegt und schon jetzt als heißer Kandidat für den Kritikerpreis „Spiel des Jahres 2020“ gelten darf. Stifter sind die örtlichen Entsorgungsbetriebe. Die erfreuliche Sendung besteht aus einem aufklappbaren Spielplan mit einem kompliziert aussehenden Linienmuster, einer Unzahl an aufgedruckten farbigen Punkten und Ziffern sowie einer vielseitigen Anleitung. Die in geschmackvollen Blau-, Weiß- und Rottönen gehaltene Broschüre verheißt trotz des etwas drögen Namens „Ihr Abfall-Abfuhrkalender“ einen kurzweiligen Strategie- und Rätselspaß für die ganze Familie, bei dem der Gewinner derjenige ist, dem es als erstem gelingt, die Müllabfuhrtermine des kommenden Jahres korrekt vorherzusagen. Als Spielzeit wird eine Dauer von etwa neun Tagen angegeben, ein Mindestalter wird für die Teilnehmer nicht vorausgesetzt, auch kein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Das hilfreiche Anweisungsbüchlein empfiehlt zunächst, aus dem mitgelieferten Straßenverzeichnis diejenige herauszusuchen, in der die eigene Immobilie belegen ist. Hier zeigt sich, wer strukturiert denken und planvoll handeln kann! Denn das akribische Register enthält sämtliche Gassen und Feldwege zwischen Puttgarden und Hamburg, wobei die Reihenfolge ihrer Erwähnung einem bis dato unbekannten Ordnungssystem folgt.

Ist die eigene Straße nach geschickter Ermittlungsarbeit herausgefunden, komme es auf die Farbe der Kennzahl an, läßt uns das schlaue Handbuch wissen. Denn jeder Straße im Kataster sei eine Nummer zugeordnet und die Nummer wiederum könne in verschiedenen Farbgebungen in Erscheinung treten. Dazu überrascht das Manual mit der geradezu philosophischen Feststellung, daß „je nach Farbe die Blaue Tonne an diesem Tag geleert oder nicht geleert wird.“

Bereichert um diese lehrreiche Erkenntnis notieren wir das Ergebnis der zwischenzeitlich vorgenommen Hochrechnungen zu unserer Straßennummernfarbkombination, wonach Rosenfelde — höchstwahrscheinlich — eine schwarze Null zugeordnet worden ist. Die Spannung am Spieltisch ist zu diesem Zeitpunkt, das darf man ohne Übertreibung sagen, bereits nicht mehr zu überbieten. Der Rest ist dann wirklich babyeinfach, denn den entscheidenden Wink für den furiosen Schlußspurt der Knobelei gibt an dieser Stelle einmal mehr das sorgfältig kuratierte Regelwerk mit kühler Präzision: „Wenn diese Kennzahl und Ihre Farbe im Abfuhrkalender übereinstimmen, wird die Blaue Tonne im vierwöchentlichen Rhythmus mit dem Gelben Sack, Bioabfall und Restabfall abgeholt. Wenn nur die Kennzahl übereinstimmt, wird der Gelbe Sack, Bioabfall und Restabfall abgeholt. Wenn nur die Farbe übereinstimmt oder zwei ihrer Komplementärfarben bei additiver Farbmischung nicht Reinweiß oder Schwarz ergeben, die Quersumme der Kennzahl jedoch eine natürliche Zahl zwischen eins und zehn beträgt, wird der Biomüll abgeholt, aber nur, wenn er vorher rausgestellt wurde. Fällt die erste Hälfte der farbigen Kennzahl auf einen Werktag, der unmittelbar auf einen kirchlichen Feiertag im Lande Schleswig-Holstein folgt, muß der gelbe Sack am Vorabend aus der blauen Tonne geholt und in einer grünen Tüte in die graue Tonne gesteckt werden, die hinter der orangefarbenen Komforttonne (siehe Blogeintrag vom Mai 2013) in einem rotweißen Sack auf dem Grundstück des rechten Nachbargrundstücks (von Westen aus gesehen) abzustellen ist, der an diesem Tag nicht abgeholt wird (der Sack, nicht der Nachbar). Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.“

02/11/2019

Nich' lang schnacken, Kopp in Nacken

Daß Heiligenhafen seit einigen Jahren kräftig aufgemöbelt wird, haben wir an dieser Stelle schon wohlwollend bemerkt (siehe den Blogeintrag von April 2017). Sehr engagiert ist dabei die Fischergenossenschaft, die längst nicht mehr nur zur See kuttert. Neben dem Fischhallenrestaurant tritt sie mittlerweile auch als Betreiber des Meereszeiten-Hotels und des Feinschmeckerlokals am Hafen auf — man muß schließlich sehen, wo man bleibt. 

Waren das noch Zeiten, als die Fischhalle nur eine Fischhalle war! Wenn man sich in den dunklen Lagerbau weit genug hineintraute, fand man in der hintersten Ecke einen provisorischen Verkaufsstand, bewacht vom Idealbild eines sturmfesten und erdverwachsenen Vertreters der ehrbaren Fischerzunft. Die Abwicklung der notwendigen Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäfte geschah in wohltuender Nüchternheit. Große Pranken beförderten die gewünschten Meeresfrüchte ohne überflüssiges Verkäufergesabbel in eine unprätentiöse Plastiktüte, eine beherzte Schüppe Eis darüber, zahlen und fertig. Nicht etepetete, dafür einfach und echt. Vielleicht war früher nicht alles besser. Aber es hatte deutlich mehr Charme als eine viel zu große Bahnhofskantine.

01/03/2019

Frisch durchgelüftet

Genau vier Jahre ist es her, daß wir neue Webseiten aufgezogen und den damaligen Internetauftritt renoviert hatten. Lange genug, um erneut frisch durchzulüften. Die Inhalte sind im wesentlichen dieselben (das Ferienhaus ist schließlich auch noch dasselbe), auch wenn jede Seite, jede Textbox und jedes Bild „in die Hand genommen“ und neu gesetzt wurde. Neben einigen moderaten Änderungen an Grafik und Layout verbirgt sich der größte Teil der aufwendigen Änderungen hinter den Kulissen: Dem Zeitgeist folgend sind unsere Internetseiten sind jetzt noch besser an mobile Geräte und ihre - zum Fluch des Programmierers: vielschichtigen - Darstellungsmöglichkeiten angepaßt. Es bleibt allerdings die Erkenntnis: Vernünftige Software ist schwer zu finden.

10/01/2018

Meer kommt nicht in die Tüte

Jetzt neu im Fanshop:

Die offizielle Rosenfelde-Einkaufstasche!

Hergestellt aus handausgelösten Bastfasern indischer Corchorus-Arten. Umweltfreundlich und vollständig biologisch abbaubar.

Eignet sich hervorragend zum Brötchenholen und für kleinere Einkäufe. 

Fahrradlenkerfreundliche Ausführung mit kurzen Handschmeichlerhenkeln.

Funktional und robust. Von führenden Beuteltieren empfohlen.

Seidiger Glanz. Farbgebung in ostseeultramarinblau, rosenfeldersandstrandsand, schönwetterwolkenweiß und rosenrot.

Mit original Rosenfelde-Logo und Aufdruck „Meer geht immer“.

Nur bei uns. Nicht für Geld und gute Worte im Fachhandel erhältlich.

24/12/2017

Schreib mal wieder (II)

Die Verbreitung tragbarer Vorrichtungen zur Bildherstellung nebst Übertragungsfunktion (das Wort „Fotoapparat“ kommt uns im Zusammenhang mit Handys nicht über die Lippen) hat ja schon den hauseigenen Festnetzanschluß die Daseinsberechtigung gekostet - siehe die erschütternde Berichterstattung im Blogeintrag „Schreib mal wieder (I)“ vom Januar 2011. Briefkästen gibt's aber Gott sei Dank noch. Die Älteren werden sich erinnern, daß es einstmals Usus war, den Lieben daheim aus der Sommerfrische eine Ansichtskarte zu senden. Darauf paßten, je nach persönlicher Schriftgestaltung, nicht nur deutlich mehr als 140 Zeichen. Die Karten waren vor allem ein echter Gruß aus der Ferne und keine seelenlose Ansammlung flüchtiger Nullen und Einsen. 

Die schöne Tradition kann fortgesetzt werden. Die Ausrede, keine passende Karte zur Hand zu haben, zählt jedenfalls in Rosenfelde nicht. Denn heute erscheint bereits die zweite Edition der hauseigenen Postkarten. Während die erste im Stil einer klassischen Urlaubskarte mit Bildern aus der Umgebung gehalten (und zur weiteren Ausredenreduzierung sogar weitgehend vorgetextet) ist, trägt die zweite Version nur einen Textaufdruck. Darin kommt das schöne Wort „moin“ vor, welches ernstzunehmenden Meinungen nach nichts mit „morgen“ zu tun hat, sondern sich aus dem ostfriesisch-mittelniederdeutschen „moi(e)“ ableitet, was so viel wie „angenehm“, „gut“ oder „schön“ bedeutet und deshalb völlig zu Recht den ganzen Tag über als Grußformel in Norddeutschland zum Einsatz kommt. Also:

Keep calm and say Moin!

13/04/2017

Durch die Hintertür

Lieferanten können jetzt wieder würdig empfangen werden. Der Windfang am Nebeneingang wurde vollständig neu gebaut. Mit der grau-weiß gestrichenen Holzbeplankung erhielt er im Vergleich zum dunklen Erscheinungsbild der Vorgängerkonstruktion zugleich auch ein freundlicheres Äußeres. Geradezu historisch ist der Tageslichtdurchlaß: Die Sonnenstrahlen fallen durch ein Fenster, das vorher schon viele Jahrzehnte in Timms Scheune für Erleuchtung sorgte und nun bei uns ein neues Zuhause gefunden hat.

Die aufgebrachte Dekoration ist erfüllt von subtiler Symbolik: Hängt ein Herz im Fenster (siehe Foto), sind nette Leute im Haus. Haben wir Stinkstiefel zu Gast, erkennt man das an dXX umgXXXXX Xm XXXXen.

01/04/2017

Landesbank SH

Dem erfahrenen Ostholsteinbesucher wird aufgefallen sein, daß die Stadtentwickler in Heiligenhafen seit geraumer Zeit ganze Arbeit leisten. Vor allem der Gegend um die Seebrücke wurde mittlerweile erfolgreich maritimer Flair eingehaucht, wo noch vor wenigen Jahren blöde öde Busch- und Parkflächen das wenig beschauliche Bild trübten (die früheren Appartmentbausünden wenige Meter weiter westlich, deren Anblick unwillkürlich Gedankenspiele heraufbeschwören, in denen die reinigende Kraft von Sturmfluten vorkommt, lassen wir jetzt mal außen vor).

Jedenfalls paßt es zur aufstrebenden Metropole am Meer, daß, wie wir jetzt entdeckt haben, nun auch die Landesbank Schleswig-Holstein ihren Standort in Heiligenhafen hat (siehe unser Beweisfoto).

16/04/2016

Gut bedacht

Noch wichtiger, als alle Tassen im Schrank, ist es, eine ausreichende Anzahl von Pfannen auf dem Dach zu haben. Es sind erschöpfende 2.146. 

Heute konnte nach sechs Wochen - oder besser: Wochenenden - Bauzeit eines der umfangreichsten Renovierungsprojekte abgeschlossen werden. Neben der erwähnten Anzahl an grobkeramischen Eindeckungselementen wurden 500 Meter Dachlatten, 850 Plättchen selbstverständlich sauerländischen Schiefers (Qualität setzt sich durch, auch bei Baumaterialien), 160 Quadratmeter Dämmplatten, 100 Quadratmeter Mineralwolle, eine Unmenge an Schrauben (die Zählarbeiten waren bei Redaktionsschluß noch nicht beendet) sowie ein neuer Fenstersturz und ein neues Dachflächenfenster verbaut.

Das Ergebnis ist ein neues Dach, vier gefällte Fichten, viel Kaminholz, kaum Verletzte (Wer hoch steigt, fällt tief!) und reichlich Material für neue Lach- und Dachgeschichten.

27/03/2016

Osterfeuer

Das war ein gehöriger Schreck zur Mittagsstunde, als wir vom Osterausflug zurückkamen und an der Straßenkreuzung unmittelbar vor Rosenfelde auf eine Polizeisperre trafen. Keine Weiterfahrt! Alle Fahrzeuge, die Richtung Rosenfelder Strand wollten, wurden zurückgeschickt. Nach etwas Überzeugungsarbeit, daß wir quasi in Spuckweite wohnen und rechtmäßige Anwohner sind, ließen uns die Beamten passieren, nicht jedoch, um uns sehr nachdrücklich (aber leider wenig konkret) einzuschärfen, „die Rettungsarbeiten nicht zu behindern“; wir hätten zudem sofort anzuhalten und zu Fuß weiterzugehen, sollten Einsatzfahrzeuge Platz brauchen.

Mit flauem Gefühl, was uns hinter der nächsten Kurve wohl erwarten würde, machten wir uns für die letzten dreihundert Meter bis zum Haus auf den Weg. Sogleich verrieten dichte Rauchwolken, was los war: Ein Nachbarhaus stand in Flammen! Selbst das beeindruckende Aufgebot an Feuerwehren aus Grube, Fargemiel, Dahme, Heringsdorf, Heiligenhafen und Oldenburg nebst Rettungsdienst, Polizei und jeder Menge Gerätschaften, Spezialfahrzeugen und sonstiger „Hardware“ konnte aber nicht mehr viel ausrichten. Reet fackelt nicht lange, aber intensiv. Die schöne historische Kate aus dem Jahr sechszehnhundertirgendwas brannte bis auf die Grundmauern nieder. Verletzt wurde niemand. Zur Ursache ließt sich vor Ort nichts Belastbares in Erfahrung bringen.

Die Garage vom Ferienhaus wurde kurzfristig zur Behelfscafeteria umgerüstet, um wenigstens ein bißchen zu einer entspannten Versorgungslage für die zahlreichen Helfer beizutragen. Das Wetter hatte sich nämlich in der Zwischenzeit unösterlich kühl und nieselig entwickelt. Der allgemeinen Laune tat das keinen Abbruch, wie unser Bild beweist (das selbstverständlich erst aufgenommen wurde, nachdem die Schlacht geschlagen war).

© 2000-2020 Oliver Heinemann